Schwungvoll und quicklebendig (August 2002)

Gospel und Jazz trafen sich beim Konzert des "Walser Gospelchors" und der "Easy Jazz Conception" auf der Bühne im Walserhaus. Die hörbar überaus zufriedenen Konzertbesucher erlebten einen Musikabend, der in seiner Gestaltung getragen war von instrumentaler Spontanität und vokaler Ausgelassenheit. Gospelchor und Jazzband ergänzten sich glänzend. Wohl auch deshalb, weil sich der Gospelchor ohnehin mit viele Freude durch den Einfluss von Swing- und Jazz-Elementen in den letzten Jahren einen unverkennbar eigenen Stil verpasst hat. So fiel es den mehr als 30 Chormitgliedern auch nicht schwer, etwa bei "Somebody loves me" von George Gershwin dem eigentlichen Jazz-Klassiker gekonnt stimmliche Musikalität zu verleihen. Mit "Amazing grace" oder "Oh happy day" fand das Ensemble aber auch den Weg zurück zum Gospel- und Spiritual-Liedgut. Der Chorklang war stets getragen von einem frischen und unübersehbar fröhlichen Miteinander, bei dem die Freude des gemeinsamen Singens die Leichtigkeit des Gesangs getragen hat. Chorleiter Michael Hanels sorgte mit seinem bekannt lebendigen Dirigat für die passenden Einsätze.

Einfallsreich und kreativ

Hanel war es auch, der für die Organisation und die Gesamtleitung von "Gospel meets Jazz" verantwortlich zeichnete. Betätigte er sich nicht als Dirigent , dann wurde er am Klavier zu einem Teil der "Easy Jazz Conception". Das junge Instrumental-Ensemble brachte viel Schwung in das Konzert. Jazz in seiner ursprünglichen Form wurde von den Bandmitgliedern äußerst gekonnt zu Gehör gebracht. Einfallsreich und kreativ geizten die Musiker nicht mit spontanen Improvisationen, die in den Solo-Partien das große instrumentale Können unter Beweis stellen. Ein absolutes Highlight des Abends war die Darbietung von "Nearer my God to Thee". Den vom Chor vorgegebenen getragenen Choral nahmen die Vollblut-Jazzmusiker nahtlos auf und legten sich dann in einer hörenswerten Jam-Session so richtig ins Zeug. Aber auch Themen wie "The Flinstones" oder "Hey, hey Wickie" verliehen die Jazzmusiker absolute musikalische Brillanz.

Soulige Stimme

Soul-Interpretin Tanja Diebold war es schließlich, die als Solisten des Abends für weitere gesangliche Höhepunkte sorgte. Ihre durch und durch soulige Stimme, die dunkel und farbenreich ausgezeichnet zu Gospels, Spirituals oder Arrangements der typischen "Black Music" passt, begeisterte die Zuhörer. Schon des Öfteren unterstützte sie den Walser Gospelchor als Solistin bei Auftritten. Beim Konzert im Walserhaus füllte sie den Raum etwa bei "Let my people go" oder "Joshua fit the battle of Jericho" mit ihrer kräftigen, kontrastvollen Stimme. Chor, Band und Solistin entführten die Zuhörer auf eine besonders kurzweilige zweistündige musikalische Reise, durchwegs geprägt von schwungvollen, stimmungsgeladenen und oder der frischen Interpretation quicklebendig anmutenden Arrangements. ÖS

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