Missa Rotna (Dezember 2008)

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres „500 Jahre Pfarre Riezlern“ konnte man den Walser Gospelchor am letzten Sonntag des Jahres in der Pfarrkirche hören. Unter der künstlerischen Leitung von Michael Hanel, der 1999 den Gospelchor übernahm, kam die lateinische Messe „Missa Rotna“ des dänischen Komponisten Bent Peder Holbech (1945) zur Aufführung.
Diese Messe ist zwar eine „Jazzmesse“, orientiert sich aber in vielen Teilen am Aufbau der Liturgie, diese umfasst das gesamte gottesdienstliche Geschehen und dazu gehört auch der Gesang. Durch die lateinische Sprache ist der Charakter der traditionellen Messvertonung erkennbar. Auffällig sind die polyrhythmischen Elemente und Taktwechsel eingangs im „Kyrie“ (Überlagerung verschiedener Rhythmen bei Mehrstimmigkeit, wo jede einzelne Stimme einen eigenen Takt oder ein eigenes Metrum haben kann. Sie ist ein Kennzeichen für die traditionelle afrikanische Musik, die auch im Jazz zu finden ist). Die pastoralen Passagen waren im „Gloria“ auffällig in der Spannung zwischen Moderne und Tradition. Und das „Agnus Dei“ ertönte klassisch mit traditioneller Aufteilung zwischen dem „Miserere“ und dem „Dona nobis pacem“.
Michael Hanel, der an der Universität Augsburg Musikpädagogik mit den Fächern Gesang, Orgel, Tonsatz und Komposition studierte, hat vor drei Jahren die Streicherstimmen dazugeschrieben, um die Messe volltönender zu machen. Auch das „Oh Holy Night“ welches zur Kommunion erklang ist ein altes, englisches Weihnachtslied und vor einigen Jahren von Michael Hanel arrangiert und für Chor gesetzt.
Herausragend die Augsburger Jazzsängerin Sabrina Scharm als Solistin, der überzeugende Chorklang des Walser Gospelchors und die Musiker der Walser Gospelband mit Joe Klimek (Klavier), Daniel Brackenhofer (E-Bass), Magnus Ego (Percussion), sowie die Streicher-Solisten aus Sonthofen und Immenstadt mit einer überzeugenden Interpretation. Es war etwas Besonderes, in der Weihnachtszeit diese Messe zu hören – und der Applaus der Gottesdienstbesucher war der Dank dafür. Man kann dem Walser Gospelchor unter Michael Hanel nur gratulieren – und hoffen, künftig auch Auftritte in Kirchen fortzusetzen. Vielleicht mit einer Aufführung der „Missa brevis rhythmica“, auch vom dänischen Komponisten Bent Peder Holbech?
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